AWO Therapiezentrum Schloss Cronheim

Das AWO Therapiezentrum Schloss Cronheim & Museum ist eine soziotherapeutische Langzeiteinrichtung für chronisch suchtkranke Menschen.
In aufeinander aufbauenden Therapiephasen arbeiten wir mit unterschiedlichen und individuellen Förderschwerpunkten. Mit unserem Behandlungskonzept bieten wir unseren Bewohnern verschiedene Verfahren an, um den Alltag ohne die Sucht zu gestalten.

Wir möchten unseren Bewohnern durch möglichst individuelle Förderung bessere Lebensbedingungen zu schaffen und eine größtmögliche Selbstständigkeit und Selbstbestimmtheit in allen Lebensbereichen zu ermöglichen. Wir bieten ein vielfältiges Angebot an unterschiedlichen Maßnahmen, um so den Betroffenen eine sinnvolle Tages- und Freizeitstrukturierung zu ermöglichen.

  • Zielgruppe

    Chronisch suchtkranke - vorwiegend alkoholabhängige - Frauen und Männer, deren langjähriger Suchtmittelkonsum zu körperlichen, psychischen und sozialen Beeinträchtigungen geführt hat und welche längerfristige Unterstützung benötigen. Das Therapiezentrum bietet stationäre und ambulante soziotherapeutische Maßnahmen für Menschen, die vorübergehende oder dauerhafte Unterstützung bei der selbständigen Lebensführung benötigen.

  • Aufnahme und Finanzierung

    Um bei uns aufgenommen zu werden, sind vom Bewerber bzw. dessen gesetzlichem Vertreter (Betreuer) die vollständigen Aufnahmeunterlagen (Anmeldung zur Heimaufnahme, ärztlicher Fragebogen) einzureichen. Im Rahmen eines persönlichen Vorstellungsgesprächs wird besprochen, ob und wann die Aufnahme in unserer Einrichtung möglich ist. 

    Vor der Aufnahme in unserer Einrichtung ist eine Entzugsbehandlung/Entgiftung in einer psychiatrischen Klinik oder einem Allgemeinkrankenhaus notwendig. 

    Abhängig von der finanziellen Situation werden die Heimkosten vom Sozialhilfeträger ganz bzw. teilweise übernommen (§ 97 Abs. 3 SGB XII). Voraussetzung für die Aufnahme in der Einrichtung ist das Vorliegen einer schriftlichen Kostenübernahmeerklärung des zuständigen Sozialhilfeträgers. Andernfalls sind die Kosten selbst zu tragen und es muss eine Bankeinzugsermächtigung bei Selbstzahlern vor einer Aufnahme vorliegen.

Therapeutisches Angebot – die fünf Lebensbereiche

In einer Krise kann das geregelte Leben schnell aus der Bahn geraten. Hier gilt es, schnellstmöglich zu handeln und das Leben wieder in ein gesundes Gleichgewicht zu bringen.

Das Ziel der soziotherapeutischen Arbeit ist es, chronisch suchtkranken Menschen eine größtmögliche Selbstständigkeit und Selbstbestimmtheit in allen Lebensbereichen zu ermöglichen.

Über eine durch Vertrauen geprägte Beziehung zum Betreuungspersonal, Motivierung und psychische Mobilisierung zur Überwindung sozialer Ängste soll eine Reintegration in die Gesellschaft erfolgen.

Wer aus dem Teufelskreis Sucht ausbrechen will, muss etwas verändern. Kein Verdrängen und keine Betäubung der Sinne mehr! Der Bewohner lernt im erstem Schritt, Hilfe anzunehmen, zu seinen Problemen zu stehen, sich konkrete Ziele zu setzen und sein Schicksal selbst in die Hand zu nehmen.

  • Umgang mit der Suchterkrankung

    In Einzelgesprächen und Gesprächsgruppen wird durch die Reflexion des eigenen Suchtverhaltens und der Auseinandersetzung mit gesundheitsschädlichen Verhaltensweisen eine Abstinenzmotivation entwickelt.

    Ein weiterer Aspekt ist der Aufbau von Fähigkeiten und Strategien zur Bewältigung von (alltäglichen) Problemen und belastenden Situationen.

    Unsere Bewohner erproben ihre Abstinenz in kleinen und realistischen Schritten, um die definierten Ziele erfolgreich zu erreichen.

  • Aufnahme und Gestaltung persönlicher und sozialer Beziehungen

    Die Bewohner erfahren die Unterstützung bei der Kontaktpflege, sowie beim individuellen Aufbau und der Aufrechterhaltung von (abstinenzfördernden) Kontakten. Es erfolgt zudem eine Förderung des sozialen Miteinanders in der Gemeinschaft, da dies sowohl im stationären Alltag, wie auch außerhalb der Einrichtung, von großer Wichtigkeit ist.

    Die Bewohner sollen durch ihren Aufenthalt stetig ihr Selbstwertgefühl steigern und zunehmend Vertrauen in ihre Fähigkeiten (zurück-)erlangen.

  • Selbstversorgung und Wohnen

    Wir stellen dem Bewohner, entsprechend seiner individuellen Möglichkeiten, Unterstützung und Hilfen zum Erhalt und/oder Verbesserung seiner lebenspraktischen Fähigkeiten im Bereich Körperhygiene, Hauswirtschaft und Tag-/Nachtrhythmus sowie im Hinblick auf finanzielle und rechtliche Angelegenheiten zur Verfügung.

    Hilfe zur Selbsthilfe steht hierbei im Fokus, um langfristig bestehende Kompetenzen zu bewahren. Lebenspraktische Kompetenz soll in Defizitbereichen gezielt trainiert werden.

  • Tages- und Wochenstruktur

    Unsere Einrichtung bietet Arbeitstherapie- und Beschäftigungstherapieangebote an, in denen die Betreuung und Begleitung des Einzelnen so ausgerichtet ist, dass sie seine individuellen Ressourcen berücksichtigt. Im Therapiezentrum Schloss Cronheim ist ein wesentlicher Bestandteil die Teilnahme an der Arbeits- bzw. Beschäftigungstherapie. Hier wird das Ziel verfolgt, die arbeitsbezogenen Fähigkeiten zu steigern, eine Tagesstruktur aufzubauen und das Selbstbewusstsein und Vertrauen, die Einsichtsfähigkeit sowie die Kommunikationsfähigkeit zu fördern.

  • Tages- und Freizeitgestaltung, Teilnahme am gesellschaftlichen Leben

    Das Leben besteht – zum Glück – aus mehr als nur Arbeit. Oft scheitert der Alltag an Langeweile, Eintönigkeit und Interessensverlust. Wir unterstützen unsere Bewohner dabei, sich Gedanken über eine sinnvolle Freizeitgestaltung zu machen und neue Aktivitäten auszuprobieren. Wir bieten eine große Bandbreite an Freizeitgruppen, Wochenendausflüge, sowie mehrtägige Freizeiten und individuelle Freizeitaktivitäten an.

Kontakt

AWO Therapiezentrum & Museum 
Schloss Cronheim

Cronheim 178
91710 Gunzenhausen

Telefon: 09836 97786-0
Fax: 09836 97786-20
E-Mail: heim.cronheim@awo-mfrs.de 

EInrichtungsleitung: Frank Genahl

Angebote in der Arbeitstherapie

Unsere Einrichtung bietet Arbeitstherapie- und Beschäftigungstherapieangebote an, in denen die Betreuung und Begleitung des Einzelnen so ausgerichtet ist, dass sie seine individuellen Ressourcen berücksichtigt. Die Teilnahme an der Arbeits- bzw. Beschäftigungstherapie ist im Therapiezentrum ein wesentlicher Bestandteil der Tages- und Wochenstruktur.

  • Schreinerei

    Wer hier mitarbeiten möchte, muss nicht unbedingt über Vorerfahrung in einem holzverarbeitenden Beruf verfügen. Handwerkliches Geschick und Interesse sollten jedoch schon vorhanden sein. Das Anspruchsniveau reicht hier von einfacheren Sägearbeiten bis zu aufwendigen Restaurierungsarbeiten.

  • Metallwerkstatt

    In der Metallwerkstatt werden Metall- bzw. Schlosserarbeiten unterschiedlichster Art ausgeführt. Hier sind Vorerfahrungen in einem metallverarbeitenden Beruf erwünscht. Es werden Auftragsarbeiten gefertigt und für anstehende Märkte produziert. Kreative Arbeiten aus dem Kunstschlosserhandwerk sind möglich.

  • Montagefertigung

    In diesem Arbeitsbereich werden Montage- und Verpackungsarbeiten für externe Firmen ausgeführt. Hier ist es erforderlich, sich die Arbeitsabläufe genau zu merken und exakt ausführen zu können. Das Anspruchsniveau reicht hier von leichteren Vorarbeiten über die eigenständige Übernahme eines kompletten Arbeitsablaufes bis zur Endkontrolle und Verpackung. Die Montagefertigung wird ständig von einem Mitarbeiter betreut, der die Bewohner bei den Arbeitsabläufen im Bedarfsfall unterstützt.

  • Modellbau

    Sicherlich einzigartig in der Suchttherapie ist unser arbeitstherapeutisches Angebot im Modellbau. Hier werden maßstabsgetreue Modelle unterschiedlicher Art gebaut. Zum größten Teil fertigen wir hier Auftragsarbeiten historischer Gebäude an, aber auch moderne Bauten, wie Biogasanlagen, Architektenmodelle oder größere Modelle wurden von uns schon gefertigt.
    Im Modellbau können unsere Bewohnerinnen und Bewohner sowohl ihre feinmotorischen Fähigkeiten, als auch ihre Ausdauer trainieren. Gerade die detaillierten Kleinarbeiten erfordern eine Menge Geschicklichkeit, Ausdauer und Konzentration. Auch schwächere Bewohner werden gezielt gefördert und eingearbeitet.

  • Ergotherapie

    Die Ergotherapie bietet als „kreative Arbeits- und Beschäftigungstherapie“ individuelle Möglichkeiten zur Herstellung von Produkten in den Bereichen Töpfern, Flechten, Mosaikarbeiten und textiles Gestalten.

    Mit Unterstützung von fachkundigem Personal werden vorhandene Fähigkeiten erhalten bzw. erweitert oder neue Techniken erlernt. Durch das „Schaffen mit den eigenen Händen“ wird das Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten gestärkt. Dies wirkt sich positiv auf die Eigenwahrnehmung und das Selbstbewusstsein aus.

  • Hauswirtschaft / Haustechnik

    Interessierte Bewohnerinnen und Bewohner können arbeitstherapeutisch im Bereich der Hauswirtschaft oder der Haustechnik tätig werden.

    Die Hauswirtschaft umfasst die Küche, Wäscherei und Hausreinigung.

    In der Haustechnik wird sich um die allgemeine Instanthaltung der Einrichtung gekümmert.

  • Gemüse- und Kräutergarten

    Vor allem im Frühjahr und in den Sommermonaten können Bewohnerinnen und Bewohner, die sich für Gartenarbeit interessieren, in unserem Gemüse- und Kräutergarten mitarbeiten.

  • Museum „Mikrokosmos Cronheim, ein Dorf - drei Religionen“

    Ebenso gehört die Mitarbeit in Form von Übernahme der Betreuung während der Öffnungszeiten im Museum zum Angebot in der Arbeitstherapie.

Wohnformen

Wir bieten Ihnen das stationäre Wohnen mit offenen und einem beschützenden Wohnbereich an. Nach einem erfolgreichen stationären Wohnen bieten wir als weitere Lebensform das Betreute Wohnen oder das Persönliche Budget an, mit Wohnungen bzw. Wohngemeinschaften in Cronheim und Gunzenhausen.

  • Stationäres Wohnen

    Im dreigeschossigen Neubau befinden sich zwei offene Wohnbereiche und der beschützende Wohnbereich mit je stationären 20 Plätzen. Helle, freundliche und moderne Doppel- und Einzelzimmer, jeweils mit separater behindertengerechter Nasszelle stehen zur Verfügung.
    Jeder Wohnbereich ist mit einem Aufenthaltsraum mit Küchenzeile und einem Raucherzimmer ausgestattet. Über einen Aufzug lassen sich alle Wohnbereiche problemlos erreichen. 

    Im alten Schulhaus liegen die Werkstätten und die Firmenfertigung, in denen Arbeitstherapie angeboten wird. Im ursprünglichen Schlossbau befinden sich die Räume für die Beschäftigungstherapie und für Gesprächsgruppen.

  • Betreutes Wohnen / Persönliches Budget

    Im Rahmen des ambulant Betreuten Wohnens stehen in Cronheim und Gunzenhausen mehrere Wohngemeinschaften zur Verfügung. Des Weiteren wird Betreutes Wohnen und Persönliches Budget im Umkreis von 10km in der eigenen Wohnung angeboten.
    Das ambulante Angebot ist sowohl als Nachsorgemaßnahme nach einer Therapie, als auch zur Prävention von stationären Aufenthalten geeignet. Bei der Aufnahme in Form einer Nachsorge muss bei vorhergehender Inanspruchnahme einer stationären Maßnahme die Abstinenzzeit bei einer offenen Wohnform bei mindestens einem halben Jahr, bei einer beschützenden bei mindestens einem Jahr liegen.

    Je nach Hilfebedarf wird der Klient durch den ambulanten Sozialdienst hinsichtlich des Umgangs mit seiner Erkrankung, dem Bereich der Selbstversorgung, dem Umgang mit sozialen und persönlichen Beziehungen sowie der Arbeits- und Freizeitgestaltung individuell unterstützt. 

    Die externe Arbeitstherapie ermöglicht Menschen, die nicht in der stationären Wohneinrichtung leben, an der von uns angebotenen Arbeits- und Ergotherapie teilzunehmen. Die meisten unserer ambulant betreuten Klienten nutzen daher dieses Angebot.