Der Neubau entstand im Zuge der Teilverlagerung der AWO-Wohnstätte Möhren – einer Einrichtung der besonderen Wohnform – früher Heim oder stationäre Einrichtung genannt, in der wir Menschen mit psychischen Erkrankungen im Alltag begleiten und sie dabei unterstützen, ein möglichst selbstbestimmtes Leben zu führen. Mit dem neuen, zentral gelegenen Standort konnten hierfür sehr gute Voraussetzungen geschaffen und die Teilhabe unserer Bewohner*innen weiter gestärkt werden.
Diesen wichtigen Meilenstein würdigten wir gemeinsam mit unseren Gästen im Rahmen einer feierlichen Veranstaltung. Die Freude über die „in besonderem Maße gelungene“ Umsetzung des Projekts war bei allen Beteiligten groß – insbesondere, weil der Weg bis zum fertigen Neubau lang war, wie sowohl unser Vorstandsvorsitzender Sven Ehrhardt als auch die erste Bürgermeisterin der Stadt Treuchtlingen, Dr. Dr. Kristina Becker, betonten.
Die Geschichte der Wohnstätte Möhren begann bereits 1989 mit der Eröffnung der eines Wohnheims mit Tagesstruktur in einer ehemaligen Farbenfabrik. Während Beschäftigungsangebote und Betreuungsformen in den folgenden Jahren stetig weiterentwickelt und professionalisiert wurden, zeichnete sich Mitte der 2000er-Jahre ab, dass die baulichen Gegebenheiten im Heimbereich langfristig nicht mehr zeitgemäß sein würden. Ab 2012 konkretisierte sich daher die Planung, einen Teil der Plätze nach Treuchtlingen zu verlagern. 2015 kaufte der AWO Kreisverband Mittelfranken-Süd das Grundstück in der Ansbacher Straße, 2018 übernahm das Architekturbüro Wenzel die Planung des Neubaus und 2022 erfolgten schließlich Baugenehmigung und Baustart.
Die neue besondere Wohnform mit 24 Plätzen überzeugt mit hellen Räumen, 100 Prozent Einzelzimmern, kleineren Gruppenstrukturen und erweiterten Möglichkeiten zur Selbstversorgung. Besonders beliebt bei den Bewohner*innen ist das benachbarte Fachmarktzentrum mit verschiedenen Einkaufsmöglichkeiten. „Genau darum geht es: Teilhabe und Selbstständigkeit mitten im Sozialraum“, erklärt Einrichtungsleiter Thomas Hofbeck.
Auch Sven Ehrhardt unterstrich die Bedeutung des Projekts: „Die Wurzel der Arbeiterwohlfahrt ist der Gedanke, dass jeder Mensch das Recht auf ein möglichst selbstständiges und selbstbestimmtes Leben in Würde hat. Aus diesem Verständnis heraus war es für uns als Vorstand ein Herzenswunsch, endlich eine gute bauliche Lösung für die Betroffenen hier in Möhren beziehungsweise Treuchtlingen zu finden. Heute freuen wir uns gemeinsam mit Ihnen, dass dieser Wunsch der Vorstellungskraft entwachsen und Wirklichkeit geworden ist.“
Aktuell laufen Gespräche mit dem Bezirk Mittelfranken zur vollständigen Verlagerung der Wohnstätte Möhren mit verbliebenen 14 offenen, 22 beschützenden Plätzen und der Arbeitstherapie von Möhren nach Treuchtlingen. In der „unendlichen Geschichte“ des AWO Hauses Altmühlblick dürfte es also noch eine Fortsetzung geben, kündigte Ehrhardt mit einem Augenzwinkern an.
Unter den Gästen der Eröffnungsfeier durften wir unter anderem begrüßen: Bezirksrat Hans Popp, den stellvertretenden Landrat des Landkreises Weißenburg-Gunzenhausen Hubert Stanka, Helene Wenzel-Jörg vom Architekturbüro Wenzel, unseren Präsidiumsvorsitzenden Werner Baum, die stellvertretende Präsidiumsvorsitzende Anette Pappler, unseren ehemaligen Vorstand Rainer Mosandl, unsere drei amtierenden Vorstände Thomas Bauer, Sven Ehrhardt und Christoph Jäger, Vorstandsreferent Bernd Bretschneider, die Leiterin unserer Abteilung Bau-, Gebäude- und Liegenschaftsmanagement Marina Tretau, die Leiterin unseres Geschäftsbereichs Pflege Julia Hofmann sowie weitere Kolleg*innen.


