Eigene Bildungskoordinatorin unterstützt die angehenden Pflegefachmänner und -frauen

Das AWO Pflegeheim Wendelstein bereitet sich auf die neue, generalistische Pflegeausbildung vor

Die Bildungsbeauftragte bei der Dokumentation

Von der Umstellung der Altenpflege-Ausbildung auf die Generalistik ab September, die Absolventen zukünftig auch für die Arbeit in der Krankenpflege sowie der Kinderkrankenpflege qualifiziert, verspricht sich die Sozialbranche eine Aufwertung und Attraktivitätssteigerung des Pflegeberufes. Das Wendelsteiner AWO Pflegeheim bereitet sich bereits jetzt intensiv auf die neue Ausbildungsorganisation vor. So begleitet und unterstützt mit Christin Volkert seit Januar eine eigene Bildungskoordinatorin die Auszubildenden.

Sieben angehende Altenpfleger beschäftigt die Wendelsteiner Heimleiterin Beate Schwarzmann aktuell in ihrer 100 Betten zählenden Einrichtung. Hinzu kommen noch vier zukünftige Pflegefachhelfer im Rahmen der einjährigen Ausbildung. Bei der Anzahl ihrer Azubis ist Schwarzmann nicht festgelegt: „Die Altenpflege ist aufgrund der steigenden Nachfrage ein Berufsbild mit Zukunft. Einen geeigneten und motivierten Bewerber haben wir daher noch nie weggeschickt“. Im Gegenteil bietet der AWO Kreisverband Mittelfranken-Süd all seinen Absolventen nach der dreijährigen Ausbildungszeit eine Übernahmegarantie.

Daran ändert auch die neue Ausbildungsform nichts. Im Rahmen der neuen generalistischen, dreijährigen Ausbildung zum Pflegefachmann /-frau durchlaufen die Azubis Einsatzstationen in der stationären sowie ambulanten Pflege, der Krankenhauspflege, der Kinderkrankenpflege sowie der Psychiatrie. Das Wendelsteiner Pflegeheim kann dabei als eine Art „Mutterhaus“ fungieren, in dem neben der stationären Langzeitpflege durch die hauseigene geronto-psychiatrische, beschützende Station auch der Psychiatrieeinsatz absolviert wird.

Mit ihrer neuen Bildungskoordinatorin kann Beate Schwarzmann gute Argumente für eine Schwerpunktsetzung auf ihr Haus anführen. Denn neben dem bereits etablierten, gut funktionierenden Mentorensystem, bei dem ausgelernte Pflegefachkräfte mit pädagogischer Zusatzqualifikation die angehenden Fachkräfte unter ihre Fittiche nehmen und anleiten, unterstützt zukünftig Christin Volkert die Ausbildungsqualität. Nicht nur, dass die studierte Berufspädagogin für Gesundheit – Fachbereich Pflege die Praxiseinsätze und Schulbesuche koordiniert sowie die hausinternen Ausbildungspläne überarbeitet, auch organisiert sie eigene Azubi-Tage und schult die Auszubildenden. „Wir möchten unsere Auszubildenden, aber auch die Hospitanten aus anderen Pflegebereichen, die in unserem Haus die notwendigen Einsatzstunden in der stationären oder gerontopsychiatrischen Pflege ableisten, noch intensiver und enger begleiten“, erklärt Beate Schwarzmann die Intention für die zukunftsorientierte Stellenneuschaffung.

Christin Volkert kümmert sich weiterhin auch um die Kontaktpflege zu den örtlichen Schulen, vermittelt Praktika oder Freiwilligendienste. Einen weiteren Schwerpunkt ihrer Tätigkeit bildet die Begleitung von Hochschulprojekten, die das Pflegeheim regelmäßig mit verschiedenen Universitäten und Hochschulen durchführt. Überhaupt stehen auch nach Ausbildungsabschluss regelmäßig Fort- und Weiterbildungen an. „Die Möglichkeiten zur fachlichen Spezialisierung bis hin zum Aufstieg zur Wohnbereichs-, Pflegedienst- oder Heimleitung sind sehr breit“, wirbt Volkert für den Pflegeberuf. Von der neuen Ausbildung ist die gelernte Gesundheits- und Krankenpflegerin begeistert: „Die Absolventen werden zukünftig breiter und flexibler aufgestellt sein. Von der verstärkten Nähe zu Krankenhäusern profitieren die Pflegeheime, aber auch in erster Linie die Pflegefachmänner bzw. –frauen selbst“. Auch Schwarzmann sieht in der generalistischen Pflegeausbildung Vorteile. Nicht nur die zukünftigen Kolleg-/innen profitieren von den erweiterten beruflichen Möglichkeiten, sondern auch die sektorenübergreifende Versorgungsqualität. So gibt es heute im Akutkrankenhaus zahlreiche alte Patient/-innen mit ihren spezifischen geriatrischen Pflegebedarfen und in der stationären Langzeitpflege wiederum sind akutmedizinisch geprägte Pflegesituationen seit der Verweildauerverkürzung in den Krankenhäusern längst die Tagesordnung. Außerdem stellen Krankenhauseinweisungen für viele alte Menschen eine große Belastung dar und sollten so weit wie möglich vermieden werden. Gute Pflege ist auch im Pflegeheim möglich, auch in palliativen Lebensphasen. Dazu braucht es neben der entsprechenden Ausbildungs- und Weiterbildungsqualität allerdings auch eine adäquate Personalausstattung sowie eine entsprechende Finanzierung des Pflegewesens.